Buy-and-Build: Wachstum durch Akquisitionen

Einleitung

Als Unternehmer denken Sie regelmäßig über neue Möglichkeiten nach, Umsatz und Profitabilität zu steigern. Ein sich ständig veränderndes Marktumfeld ist eine Herausforderung für jedes Unternehmen. Neue Wachstumsimpulse können über verschiedene Wege gesetzt werden. Wachstumsmöglichkeiten für Unternehmen können grob in zwei verschiedene Strategien unterteilt werden: organisch oder durch Akquisitionen. Das Ziel ist in beiden Fällen ein Wertzuwachs für bestehende Gesellschafter.

Organisches Wachstum beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, mit oder ohne Hilfe eines externen Investors mehr Umsätze beispielsweise durch Investitionen in eigene Sales- und Marketing-Strukturen zu erzielen. Ohne externe Finanzierungsmöglichkeiten kann ein Unternehmen das Wachstum nur aus dem eigenen Cashflow finanzieren. Die Alternative wäre zusätzliches Kapital einzuwerben, damit das Wachstum durch zusätzliche Investitionen beschleunigt wird. („targeting growth„).

Die Alternative zu einer organischen Wachstumsstrategie ist der Kauf von Unternehmen mit komplementären Produkten oder einem interessanten Kundenportfolio. Bei Wachstum durch Akquisitionen sind eine Reihe wichtiger Punkte zu beachten. Trotz der möglichen Fallstricke kann eine anorganische Wachstumsstrategie aber die sinnvollere Alternative sein. Der Rest dieses Artikels befasst sich damit, welche Variablen und Best Practices Sie bei Akquisitionen berücksichtigen sollten und wie Sie Akquisitionen finanzieren können.

Empfohlene Vorgehensweise für Buy-and-Build

Buy-and-Build ist eine Strategie, bei der ein Unternehmen seine Marktdurchdringung und -positionierung durch den Erwerb passender Zielunternehmen ausbaut.

Die Vorteile von Akquisitionen sind vielfältig. Zunächst einmal steigert das Unternehmen den Umsatz und (idealerweise) die Rentabilität. Darüber hinaus kann das Geschäft in Bezug auf Kunden, geografische Reichweite, Produkt, Talent und Know-how ausgebaut werden. Darüber hinaus kann der Kauf des richtigen Unternehmens zu Cross-Selling-Möglichkeiten (Verkauf neuer Produkte an bestehende Kunden) und / oder Upselling-Möglichkeiten (Verkauf zusätzlicher Produkte an bestehende Kunden aufgrund zusätzlicher Ressourcen) führen. Durch die Akquisition eines Mitbewerbers kann möglicherweise den Marktanteil erhöht und die Marktpositionierung verbessert werden.

Das Wachstum durch Akquisitionen ist ein intensiver Prozess. Es muss zu einem integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie werden. Zunächst sind Gespräche mit potentiellen Zielunternehmen zu führen. Im nächsten Schritt sollte genau analysiert werden, inwiefern ein strategischer Fit und Synergien bestehen, um einen angemessenen Kaufpreis zu bestimmen. Danach erfolgt die Verhandlung, die Due Diligence und der Abschluss der Akquisition. Schließlich sollte das erworbene Unternehmen integriert werden. Ein ganzheitliches Personalmanagement und fundiertes Finanzwissen sind erforderlich, um die neue Gesellschaft möglichst reibungslos in bestehende Strukturen einzubetten.

Bei der Suche nach Akquisitionszielen sollten Entscheidungsträger auf bestimmte Punkte achten. Ein skalierbares Geschäftsmodell ist ein großer Vorteil. Wiederkehrende Umsätze sind ein sehr starkes Element bei der Verfolgung von Akquisitionen speziell in der Software-/IT-Branche. Daneben sind Synergien wichtig. Zum Beispiel sind häufig Kosteneinsparungen möglich, weil manche Positionen – meistens Overhead – in beiden Gesellschaften doppelt besetzt sind. Außerdem kann es sehr lohnenswert sein, eine Buy-and-Build-Strategie in einem fragmentierten Markt zu verfolgen. Darüber hinaus können grenzüberschreitende Übernahmen einem Unternehmen einen direkten Präsenz in einem neuen Markt schaffen.

Wie finanziert man eine Buy-and-Build-Strategie?

Sobald Sie die Entscheidung getroffen haben, welches Unternehmen Sie erwerben wollen, sollten Sie sich über die Finanzierung Gedanken machen. Grundsätzlich gibt es bei Akquisitionen zwei Möglichkeiten: Fremd- oder Eigenkapital.

Beim Fremdkapital können Sie die Akquisition durch ein Bankdarlehen und/oder nachrangiges Darlehen („Private Debt„) finanzieren. Banken, die im Regelfall die günstigste Finanzierungsform anbieten, stellen auf die operative Profitabilität Ihres Unternehmens und des Akquisitionsziels ab. Darüber hinaus kann der Kaufpreis durch die Aufnahme einer nachrangigen Verbindlichkeit, wie z.B. ein Mezzanine-Darlehen, finanziert werden. Dies bedeutet, dass Unternehmen in Summe einen wesentlichen Teil des Kaufpreises mit Fremdkapital finanzieren können, ohne durch Hinzunahme eines Eigenkapitalinvestors die Gesellschafterstruktur zu verwässern. Je nach Marktsegment, Unternehmen und Rahmenbedingungen wird damit höchstwahrscheinlich bereits der Großteil oder der gesamte Kaufpreis abgedeckt.

Wichtig zu klären ist, wie ein Bankkredit und Mezzanine zusammen strukturiert werden können. Das Mezzanine-Darlehen ist gegenüber dem Bankkredit vollständig nachrangig. Aufgrund der tilgungsfreien Zeit, der Covenant-Light-Struktur und der eigenkapitalähnlichen Merkmale sehen die Banken das Mezzanine als eine Stärkung der Eigenkapitalbasis. Zudem zahlen Sie zuerst den Bankkredit zurück, bevor Sie mit der Rückzahlung des Mezzanine-Darlehens beginnen. In einem hypothetischen Fall wird ein Bankdarlehen in den ersten 5 Jahren und das Mezzanine-Darlehen in den Jahren 6 und 7 („Laufzeit eines Mezzanine-Darlehens„) zurückgezahlt.

Mit Eigenkapital wird ein externer Investor gewonnen, der bei der Finanzierung von Akquisitionen hilft. Eigenkapitalinvestoren bieten genügend Kapital, um sowohl eine oder mehrere Übernahmen zu finanzieren, und bringen strategisches Fachwissen ein. Unternehmen nehmen häufig an, dass Eigenkapitalinvestoren die einzige Möglichkeit sind, um eine Buy-and-Build-Strategie umzusetzen. Allerdings können spezialisierte Fremdkapitalgeber solche Strategien ebenfalls finanzieren und bei der Umsetzung aktiv unterstützen.

Bei der Strukturierung von Akquisitionen können drei weitere spezielle Finanzierungsformen in Betracht gezogen werden. Die erste ist ein Gesellschafterdarlehen, das von den verkaufenden Anteilseignern begeben wird, um einen Teil der Kaufpreiszahlung über einen längeren Zeitraum zu verteilen und die Transaktion „finanzierbar“ zu machen. Die zweite ist ein Earn-out, bei der der Käufer einen Teil des gesamten Kaufpreises an den Verkäufer zahlen muss, nachdem bestimmte Milestones erreicht worden sind. Die dritte ist die Zahlung in Anteilen des neuen kombinierten Unternehmens nach der Transaktion. Dies ist eine Möglichkeit, wenn die verkaufenden Gesellschafter nach der Übernahme operativ tätig bleiben sollen.

Nach der Umsetzung einer Akquisition ist bei der Kaufpreisfinanzierung weiterer Zielunternehmen immer auf den kombinierten Cashflow Ihres Unternehmens und der ersten Akquisition abzustellen. Dadurch ist es sowohl möglich weitere Akquisitionen zu finanzieren oder aber die bestehende Finanzierungsstruktur durch die frühzeitige Rückführung des Mezzanine-Darlehens zu optimieren. Bei der Fremdfinanzierung von Akquisitionen ist der Leverage-Effekt, der die Rendite für die Gesellschafter steigert, attraktiv. Außerdem behalten die bestehenden Gesellschafter mehr Kontrolle über das kombinierte Unternehmen.

Es gibt viele verschiedene Szenarien, wie Unternehmen die Finanzierung einer oder mehrerer Akquisitionen strukturieren können. Wichtig ist immer, die vorteilhafteste Struktur zu finden.

Pride Capital Partners

Pride Capital Partners ist ein Anbieter von Mezzanine-Krediten für Software- und IT-Unternehmen in den Benelux-Ländern und der DACH-Region. Da wir mit vielen Unternehmen proaktiv sprechen, haben wir ein großes und ständig wachsendes Netzwerk in der Softwarebranche aufgebaut. Auf diese Weise können wir nicht nur finanzierungsseitig bei einer Buy-and-Build-Strategie unterstützen, sondern auch auf strategischer Ebene.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie wir in Ihrer Akquisitionsstrategie eine Rolle spielen können? Wenn Sie mehr über die Durchführung von Akquisitionen und deren optimale finanzielle Strukturierung erfahren möchten, können Sie uns gerne kontaktieren.

Marco Gollman
Pride Capital Partners
marco@pridecapital.de
+49 221 4291 4250

Anthony Van Praet
Pride Capital Partners
Anthony@pridecapital.nl
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